Verbindung zur Eisenstraße
Als emsig tätiges Zentrum der Eisenverarbeitung erfüllte Ybbsitz seine Aufgabe über all die vielen Jahrhunderte. Waren um 1290 unter 19 Häusern zwei Schmieden ansässig, so wuchs deren Anzahl auf 20 Hämmer im Jahr 1808 an. Ybbsitz war bekannt als „das“ Zentrum der Hackenschmiedeproduktion in der gesamten Eisenstraße-Region. Für den finalen, guten Schliff der Ybbsitzer Erzeugnisse sorgten 20 Schleifmühlen entlang des Prollingbaches. Die Familiendynastien der Hammerherren, seit jeher „Schwarze Grafen“ genannt, das Brauchtum der Handwerksgesellen und Zünfte sowie die bäuerliche Tradition ließen eine Infrastruktur gedeihen, die bis heute eine Achse der Gesellschaft geblieben ist. Natur und Handwerk sind auch im 21. Jahrhundert die tragenden Säulen der örtlichen Entwicklung.
Das Element „Schmieden in Ybbsitz“ wurde mit der Entscheidung des Fachbeirates der Österreichischen UNESCO-Kommission vom 29. September 2010 in das „Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen. Als immaterielles kulturelles Erbe wird Kulturgut bezeichnet, das nicht stofflicher Natur ist und das „gelebte“ Kulturtradition als vitales, im Lebensalltag verankertes, kulturelles Selbstverständnis darstellt.
Schmieden ist in Ybbsitz historisch gewachsen und wird von breiten Teilen der Bürger in Tradition und Handwerk gelebt. Es ist auf der Basis der Tradition ein Alleinstellungsmerkmal des Ortes und seiner Bewohner. Schmieden ist in Ybbsitz bis heute von wirtschaftlicher Tragkraft.
Ybbsitz verdankt in seiner Geschichte und seinem Wohlstand dem Handwerk des Schmiedens viel. Nicht nur, dass das Ortsbild von historischen und modernen Schmiedearbeiten geprägt ist, das Schmieden ist in der Bevölkerung eine anerkannte Handwerkstechnik, die vor dem Hintergrund der Stürme der Marktgeschichte immer überlebt hat.